Kostenmanagement-Barometer 2025: Strategische Anwendung für Lateinamerika und Mittelamerika




In einem schwierigen Umfeld, das von anhaltender Inflation, Störungen in der Lieferkette,
steigenden Arbeitskosten und geopolitischen Spannungen geprägt ist, zeigt das Cost Management Barometer 2025 eine wichtige Erkenntnis: Unternehmen warten nicht auf Stabilität, sondern handeln entschlossen. Und in Lateinamerika – insbesondere in Mittelamerika – wird dieser Handlungsgeist noch dringlicher und strategischer.

Wichtige Erkenntnisse für die Region
1. Rentabilität als Leitprinzip: Effizienz an erster Stelle, Wachstum an zweiter Stelle
93 % der weltweit führenden Unternehmen erwarten für 2025 Rentabilitätssteigerungen. In Mittelamerika, wo der Zugang zu
Finanzmitteln eingeschränkter ist und Wechselkursschwankungen häufig auftreten, ist Wachstum bei gesunden Margen wichtiger denn
je. Lokale Unternehmen wenden bereits Modelle der umsichtigen Expansion und selektiven Reinvestition an, die mit diesem Ansatz des „Wachstums bei gleichzeitiger Rentabilität“ im Einklang stehen.
Regionales Beispiel: Unternehmen im Lebensmittel- und Logistiksektor legen den Schwerpunkt auf Workflow-Effizienz, Digitalisierung
des Einkaufs und Vertragsneuverhandlungen als Hebel für das EBITDA, anstatt neue Standorte zu eröffnen.
2. Der Wandel hat nicht aufgehört; er hat lediglich eine andere Form angenommen
. Der Bericht zeigt, dass Investitionen in Technologie, Nachhaltigkeit und Talente trotz
knapper Budgets weiterhin Priorität haben. In Mittelamerika beobachten wir eine Verlagerung hin zu „selbstfinanzierten“ Investitionen, bei denen Prozessverbesserungen
Kapital für Schlüsselprojekte freisetzen.
Aus Sicht der ERA Group: Wir helfen unseren Kunden dabei, diese internen Finanzierungsquellen durch
Ausgabenprüfungen, Lieferanten-Benchmarking und die Optimierung ineffizienter Vertragsabläufe zu erschließen.
3. Kostendruck bedeutet nicht zwangsläufig Handlungsunfähigkeit
Obwohl 86 % der globalen Unternehmen Preiserhöhungen planen, ist der Handlungsspielraum in Lateinamerika geringer. Verbraucher und B2B-Kunden reagieren preisbewusster. Dies erfordert ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen Preis, wahrgenommenem Wert und interner Effizienz.
Fazit für die Region: Unternehmen müssen klarere Wertversprechen entwickeln, die Gründe für
Preisanpassungen besser kommunizieren und ihre Margen durch strategischen Einkauf sichern – nicht durch Mengen, sondern durch kluges Handeln.
4. Talentmanagement; widerstandsfähige Lieferketten und agile Entscheidungen
Das Barometer verdeutlicht, wie sich die Prioritäten für 2025 auf Talente, Lieferkette und Kosten verteilen. In Ländern wie Guatemala, Honduras und der Dominikanischen Republik, wo ein Mangel an Fachkräften mit einer instabilen Infrastruktur einhergeht, ist operative Flexibilität ein strategischer Vorteil.
Der Beitrag von ERA: Wir unterstützen unsere Kunden dabei, die Beziehungen zu Lieferanten neu zu definieren,
zuverlässige lokale Lieferanten zu integrieren und mittelfristige Verträge so umzugestalten, dass die Abhängigkeit von volatilen Akteuren verringert wird.
5. Technologie und Nachhaltigkeit: Von „nice to have“ zu „must-have“
In drei Jahren sehen weltweit führende Unternehmen Nachhaltigkeit und Technologie als ihre größten Defizite an. In Mittelamerika
stehen viele Unternehmen zwar nicht in der Pflicht, formell über ESG-Kriterien zu berichten, doch sehen sie sich regulatorischem und marktseitigem Druck ausgesetzt, nachhaltiger zu werden
.
Chance: Initiativen wie nachhaltige Beschaffung, Emissionsreduktion in der Logistik, effiziente Verpackungen und saubere Energie
werden bereits als Wettbewerbsvorteile genutzt. Bei ERA bieten wir ESG-Bewertungsrahmen an, die schrittweise implementiert werden können.
6. Zölle und Handel: Lokales Risiko oder Vorteil?
Der Bericht prognostiziert stärkere negative Auswirkungen durch neue Zölle und eine Fragmentierung des Handels. In Mittelamerika könnte sich dies jedoch als Chance für Unternehmen erweisen, die mit regionalen Lieferketten und lokalen Lieferanten arbeiten. Während ihre globalen Konkurrenten mit Hindernissen konfrontiert sind, gewinnen Unternehmen mit lokalen oder regionalen Aktivitäten an Flexibilität.
Empfehlung von ERA: Für Kunden, die exportieren oder importieren, kann eine Überprüfung der CAFTA-, DR-CAFTA- und FTA-Abkommen bisher ungenutzte Effizienzpotenziale oder Anreize aufzeigen.
Zölle lassen sich nicht immer vermeiden, aber sie können gemildert werden.
Strategische Schlussfolgerungen
• Dies ist nicht die Zeit für Einsparungen, sondern für kluge Entscheidungen.
--> Die erfolgreichsten Unternehmen im Jahr 2025 werden diejenigen sein, die ihre Kostenbasis in einen Wettbewerbsvorteil verwandeln.
• CFOs und CEOs müssen sich von Controllern zu Architekten der Resilienz wandeln.
--> Kostenkontrolle ist keine buchhalterische, sondern eine strategische Aufgabe.
• Die Region muss von reaktiver Sparpolitik zu fundierten Investitionen übergehen.
--> Und das beginnt damit, zu wissen, wo die Lücken liegen, welche Verträge nicht mehr zielführend sind und welche Lieferanten keinen Mehrwert mehr schaffen.
