In der Praxis steht das „Sparen“ im Wettbewerb mit vielen internen Prioritäten und bleibt oft unbemerkt, bis eine Krise eintritt.
Hier sind die häufigsten Gründe:
1. Heute tut es nicht weh (später schon): Wenn das Unternehmen noch über einen Cashflow verfügt, werden die zusätzlichen Kosten zu „Rauschen“ und normalisieren sich. Die Ausgaben werden Teil des Alltags.
2. Sparen ist weniger „attraktiv“ als Wachstum: Mehr zu verkaufen, neue Märkte zu erschließen oder Produkte auf den Markt zu bringen, wird als Fortschritt wahrgenommen. Im Gegensatz dazu wird das Stopfen von Löchern als „Überlebensmodus“ interpretiert, selbst wenn dadurch die unmittelbaren Margen verbessert werden.
3. Niemand ist wirklich für die Ausgaben verantwortlich: Das Budget wird nach Abteilungen aufgeteilt, doch die „Gesamtkosten“ werden dadurch zersplittert. Wenn jeder verantwortlich ist, ist es am Ende niemand.
4. Falsche Anreize: Manchmal wird das „Einhalten des Budgets“ stärker belohnt als dessen „Optimierung“. Es besteht sogar die Befürchtung, dass das Budget im nächsten Jahr gekürzt wird, wenn man Geld einspart.
5. Fehlen klarer und vergleichbarer Daten: Ohne Vergleichswerte, Lieferantenaudits oder Einblick in die Verträge lässt sich nur schwer nachweisen, dass „wir zu viel bezahlen“. Und ohne Beweise will sich niemand mit dem Problem befassen.
6. Die versteckten Kosten der Einsparungssteuerung: Verhandlungen, Prüfungen, der Wechsel von Lieferanten oder die Anpassung von Prozessen kosten Zeit. Und die Zeit des Teams wird in der Regel vom Tagesgeschäft in Anspruch genommen.
7. Wahrgenommenes Risiko: Viele glauben, dass „Einsparungen“ gleichbedeutend sind mit geringerer Qualität oder erhöhtem Risiko (Leistungsumfang, Service, SLAs). Ohne eine konkrete Methode wird davon ausgegangen, dass Optimierung mit Einbußen verbunden ist.
8. Interne Richtlinien und Widerstände gegen Veränderungen: Ausgaben hängen von persönlichen Beziehungen („der Anbieter ist ein Freund“, „so haben wir das schon immer gemacht“) oder von praktischen Erwägungen ab. Eine Änderung beeinträchtigt Egos und Gewohnheiten.
9. Einsparungen werden mit Kürzungen verwechselt: Bei der Ausgabenkontrolle geht es nicht darum, „an allen Ecken und Enden zu sparen“; es ist eine Strategie. Wenn dies in der Unternehmenskultur jedoch mit Entlassungen oder Bestrafungen assoziiert wird, will niemand die Verantwortung dafür übernehmen.
10. Die Opportunitätskosten werden nicht berücksichtigt: Jeder Dollar, der durch ineffiziente Ausgaben verschwendet wird, ist ein Dollar, der nicht in Talente, Technologie, Kundenservice oder Wachstum investiert wird.
Letztendlich geht es nicht ums Sparen. Das Problem ist, dass man es erst dann als strategische Entscheidung betrachtet, wenn es bereits zu spät ist.








































































































